Futterinformation

Was ist drin im Futter? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich.

Ein Blick in die hohen Regale der Zoofachgeschäfte zeigt: Es gibt fast soviele verschiedene Futtersorten wie Hunderassen. Um zu entscheiden, welches Futter das richtige für den eigenen Hund ist, ist es hilfreich, die Angaben der Hersteller zu verstehen.

Was bedeutet "Alleinfuttermittel"?
Ein Alleinfuttermittel muss so zusammengesetzt sein, dass es den täglichen Nährstoffbedarf eines Hundes an
Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien, Fettsäuren und Aminosäuren vollständig deckt. Es muss alles darin
enthalten sein, so dass der Hund im Laufe seines Lebens weder Mangelerscheinungen noch Vergiftungen zeigt.
Rohasche
Vermutlich der am meisten falsch verstandene Wert auf dem Etikett. Futtermittelkontrolleure ermitteln ihn,
indem sie das Futter veraschen, das heißt, auf 550 Grad erhitzen und anschließend verbrennen. Die
übriggebliebene Asche wird dann gewogen. Eine solche Behandlung überleben nur anorganische Substanzen im
Futter, also Spurenelemente und Mineralien. Weist ein Futter einen überhöhten Gehalt an Rohasche auf,
spricht dies für eine übermäßige Beimengung von billigen Knochenmehlprodukten. Der Richtwert für Rohasche
sollte bei unter 10 Prozent für alle Trockennahrungen und bei unter 2 Prozent für Feuchtnahrung liegen.
Rohprotein
Ein gutes Trockenfutter sollte zwischen 20 und 25 Prozent Rohprotein enthalten. Dosenfutter enthält auf
den ersten Blick immer weniger Rohprotein als Trockenfutter. Das hat mit dem höheren Wasseranteil zu tun.
Rechnet man das Wasser aus der Dose, wird deutlich, dass Dosen oft mehr Rohprotein enthalten als
Trockennahrung. Der Gehalt an Rohprotein in einer Dose sollte 5,5 Prozent nicht unterschreiten.
Rohfett
Es gibt den Energiegehalt des Futters an. Ein energiereiches Trockenfutter hat beispielsweise über 15
Prozent Rohfett, was genau richtig für die Arbeiter unter den Hunden wäre: Schlittenhunde, Rettungshunde,
Polizeihunde. Für alle Normalsterblichen reichen 10 bis 12 Prozent im Trockenfutter und etwa 1 Prozent in
der Dose. Doch auch hier gilt: Die Angaben für Rohfett lassen offen, von welcher Qualität die Fettquellen
sind. Zum Beispiel, wie viele und welche essenziellen Fettsäuren vorhanden sind und ob das Fett für den
Hund gut aufzuschließen ist oder nicht.
Rohfaser
So nennen sich unverdauliche pflanzliche Faserstoffe im Futter, zum Beispiel Zellulose. Ein gewisser
Anteil ist ernährungsphysiologisch wichtig, weil solche Ballaststoffe die Darmtätigkeit anregen und den
Kot formen. Im Trockenfutter ist ein Rohfaseranteil von 2 bis 3 Prozent ideal, im Dosenfutter 0,5 Prozent.
Zu viel Rohfaser führt zu Blähungen und riesigen Hundehaufen, da ein Großteil des Futters nicht verdaut
werden kann.
Kalzium und Phosphor
Die Gehalte an Kalzium und Phosphor müssen bei Futter für heranwachsende Tiere angegeben werden. Das
Verhältnis der beiden Mineralstoffe sollte bei 1 bis 1,5 zu 1 (Kalzium zu Phosphor) liegen. Ein zu hoher
Gehalt an Phosphor kann bei empfindlichen Hunden zu Harnsteinbildung führen. Alle anderen Mineralien
können unter dem Begriff "Mineralstoffe" zusammengefasst werden und müssen nicht einzeln deklariert werden.
Fleisch und tierische Nebenprodukte
Das kann hochwertiges Muskelfleisch wie auch minderwertiger Schlachtabfall sein. Wobei gerade die
Nebenprodukte vom Schlachten wie Leber, Herz und Innereien für den Hund keineswegs "minderwertig" sind,
sondern lebenswichtige Nährstoffe enthalten. "Minderwertige Schlachtabfälle" ist Fleisch, das Menschen
nicht essen sollen, für Hunde aber weder gesundheitsschädlich noch bedenklich ist, wie grüner Pansen,
Lefzen, Stichfleisch oder Brühlunge. Die so genannten "tierischen Nebenerzeugnisse" fallen bei der
Schlachtung von gesunden Tieren an. Dies sind Teile des Schlachttiers, die für den menschlichen Verzehr
nicht vorgesehen sind wie Innereien, Knochen, Blut, Hufe, Haar und Schnäbel - wobei wichtig ist zu
bedenken: Nur weil etwas theoretisch in Hundefutter verarbeitet werden dürfte, heißt es nicht, dass es
tatsächlich Verwendung findet. Es macht wenig Sinn, derlei schwerverdauliche Stoffe in einem Hundefutter
zu verarbeiten, denn sie würden beim Hund starke Blähungen und gewaltige Kotmengen verursachen, was dem
Verbraucher zweifellos missfallen würde und er nicht geneigt wäre, das Futter wieder zu kaufen. Der
Hersteller hat also ein Interesse daran, ein gutverdauliches Futter herzustellen - und sei es nur, um
seine Miete zu bezahlen. Wären Ohren, Horn, Haare etc. nicht eigens im Futtermittelgesetz erlaubt, wäre es
auch verboten, sie als "Kauartikel" zu verkaufen. Auch überlagerte Lebensmittel dürfen ins Hundefutter.
"Überlagert" bedeutet, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum für den menschlichen Verzehr abgelaufen ist -
aber nicht, dass das Fleisch bereits gammelt. Durch den Erhitzungsprozess werden sowieso jegliche Keime im
Fleisch abgetötet.
Pflanzliche Nebenprodukte
In diese Gruppe fallen Nebenerzeugnisse aus der Aufbereitung pflanzlicher Erzeugnisse, insbesondere
Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Ölfrüchte. Dies können auch billige, schlecht verwertbare Füllstoffe
sein, die allerdings dazu führen würden, dass der Hund Blähungen bekommt und große Kotmengen produziert,
was nicht im Sinne des Endverbrauchers ist. Dementsprechend würde er das Futter nicht erneut kaufen - was
wiederum nicht im Interesse des Herstellers sein kann. Sind pflanzliche Nebenprodukte vermehrt in einem
Futter enthalten, steigt der Rohfaseranteil. Stroh und Sägemehl sind übrigens explizit verboten.
Fisch und Fischerei-Nebenprodukte
Ähnlich wie beim Fleisch und den tierischen Nebenprodukten kann der Verbraucher hier nicht unterscheiden,
ob es sich um Fischfilet oder um Fischköpfe und Gräten handelt. Immerhin bedeutet der Anteil von Fisch
u.Ä., dass im Futter Jod enthalten ist.
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren müssen dem Endprodukt zugesetzt werden, weil diese während des
Erhitzungsprozesses zwangsläufig verloren gehen.
Sensorische Zusatzstoffe
Geschmacksstoffe und Farbstoffe wie Amaranth, Aspartam, Erythrosin, Glycin oder Carotinoide wirken
geschmacksverstärkend oder machen das Futter ansehnlicher. auch wenn das menschliche Auge mitisst: Hunden
ist das Aussehen egal. In manchen Produkten werden geringe Mengen an Zucker (0,5 Prozent) als Couleur
verwendet, um einen satten braunen Farbton des Fleischs zu erzeugen. Die Zugabe von Zucker in dieser
minimalen Menge ist für die Tiere nicht gesundheitsschädlich und verursacht weder Zahn- noch andere
gesundheitliche Probleme.
Technologische Zusatzstoffe
Dazu zählen unter anderem Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Aromastoffe, Emulgatoren und
Stabilisatoren. Emulgatoren beispielsweise helfen dabei, zwei nicht mischbare Komponenten wie Öl und
Wasser zu einem fein verteilten Gemisch werden zu lassen.
Antioxidantien
Sie verhindern, dass das Fett ranzig wird und unangenehm riecht. Die synthetischen Antioxidantien, BHA (=
E 320), BHT (= E 321) und Ethoxiquin (= E 324), stehen im Verdacht, Allergien auszulösen und Krebs
zumindest zu begünstigen. Wissenschaftlich ist das allerdings noch nicht bewiesen. Übrigens: Vor dem
Verderb schützt auch die richtige Lagerung. Das Fett muss vor Wärme und Licht geschützt und somit kühl
gelagert werden.
Konservierungsmittel
Dazu zählen Kalziumsorbat (E 203), Natriumsorbat (E 201) oder Zitronensäure (E 202), die das Futter vor
dem Schlechtwerden durch Bakterien, Hefen und Pilze schützen. Sie sind nur nötig, wenn das Futter mehr als
14 Prozent Wasser enthält. Trockenfutter hat meist weniger als 10 Prozent und braucht normalerweise keine.
Konservierungsmittel sollten in Konserven, also Dosenfutter, ebenfalls überflüssig sein, denn die wurden
durch Hitze und Druck haltbar gemacht.

FTS Für "Futtertrockensubstanz" (TS) stehen alle Inhaltsstoffe, die nach einer Trocknung des Futters zurückbleiben.

FOS Bei der "Futteroriginalsubstanz" wird im Gegensatz zur FTS das Wasser mit berechnet, dadurch sind die Inhaltsangaben bei dieser Berechnung entsprechend niedriger. Auf Verpackungen wird meist der Anteil in der FOS inkl. des Wasseranteils genannt.

IE Abkürzung für "Internationale Einheit". Sie bemisst die Dosierung von medizinischen Präparaten nach ihrer Wirkung. Meist wird auf Futteretiketten die Dosierung an Vitamin A und D in IE pro Kilogramm FOS angegeben.

ROHPROTEIN Der Anteil an Proteinen sagt nichts über Herkunft oder Qualität aus. Wichtiger ist die Verdaulichkeit, also wie viel vom Organismus umgesetzt wird. Hunde können Fleischproteine besser für Gewebeaufbau und Zellerneuerung nutzen als andere Proteine, etwa aus Maismehl.

ROHASCHE Anteil der Spurenelemente und Silikate (Erde) im Futter.

ROHFASER Im Futter enthaltene pflanzliche Zellwand-Bestandteile, die gut für die Verdauung sein können.

FEUCHTIGKEIT Empfohlen werden bei Trockenfutter 12 Prozent, bei Dosenfutter bis 80 Prozent. Je weniger Wasser im Fertigfutter enthalten ist, desto konzentrierter sind die enthaltenen Inhaltsstoffe.

Der Vergleich macht's klarer:

Jung oder erwachsen?
Junge Hunde haben gegenüber erwachsenen je kg Körpermasse einen deutlich erhöhten Bedarf an fast allen Nährstoffen.

Klein oder groß?
Große Hunde haben einen niedrigeren Bedarf an Energie und Nährstoffen als kleinere, je kg Körpermasse, gilt für jedes Alter.

Senior oder in der Lebensmitte?
Ältere Tiere brauchen weniger Energie, dafür mehr Rohfaser, um die Mobilität von Magen und Darm zu erhalten.

Wie sich das Futter Ihres Hundes prozentual zusammensetzen sollte, hängt stark von seiner Größe, seinem Alter und seiner Aktivität ab. So benötigen junge Hunde eine höhere Energiezufuhr als Senioren, und auch der Bedarf an Proteinen, Kalzium und Phosphor variiert.

Sollten Sie noch Fragen haben, so können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen. Wir freuen uns auf Sie.
Marion Fröhling
und Team